Neue Studie: Landwirte tragen bis zu 74 Pflanzenschutzmittel auf der Haut – Belastung betrifft uns alle
Eine aktuelle europäische Untersuchung zeigt alarmierende Ergebnisse: Landwirte kommen im Arbeitsalltag mit Dutzenden Pflanzenschutzmitteln in Kontakt – teilweise bis zu 74 unterschiedliche Substanzen gleichzeitig. Doch auch Menschen außerhalb der Landwirtschaft sind betroffen. Das zeigt eine Studie, die unter anderem von den Universitäten Utrecht und Wageningen durchgeführt wurde und über die agrarheute berichtet.
„Das Überraschendste ist, dass wir der Belastung durch Pestizide nicht entkommen können: Sie befinden sich in unserer unmittelbaren Umgebung, und unsere Studie weist auf einen direkten Kontakt hin“,
sagt Paul Scheepers, Toxikologe an der Radboud-Universität und Mitautor der Untersuchung.
Wie die Studie durchgeführt wurde
Über 600 Menschen aus zehn europäischen Ländern nahmen an dem Feldversuch teil – darunter konventionelle Landwirte, Biobauern, Anwohner landwirtschaftlicher Flächen und Verbraucher.
Alle Probanden trugen Silikonarmbänder für eine Woche, die anschließend im Labor auf 193 verschiedene Pflanzenschutzmittel untersucht wurden. Das Ergebnis war deutlich:
In 173 der 193 getesteten Substanzen (89 %) fanden sich Rückstände in den Proben.
Je nach Gruppe unterschieden sich die Ergebnisse deutlich:
Vor allem Insektizide wie Permethrin und Chlorpyrifos wurden besonders häufig nachgewiesen – bei mehr als 85 % der Teilnehmenden.
Unklare Gesundheitsfolgen – aber deutliche Warnsignale
Die Wissenschaftler betonen, dass die gesundheitlichen Auswirkungen dieser chemischen Mischungen noch nicht vollständig verstanden sind. Besonders kritisch: Die Studie weist auf eine kumulative Exposition hin – also die gleichzeitige Belastung durch viele verschiedene Stoffe.
In der EU sind aktuell 445 aktive Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln zugelassen. Obwohl jedes Mittel einzeln geprüft wird, ist die Kombination mehrerer Substanzen kaum erforscht. Diese sogenannten Cocktaileffekte könnten jedoch eine deutlich größere Rolle für die Gesundheit spielen als bisher angenommen.
Ein weiteres Warnsignal kommt aus Deutschland: Seit 2024 kann Parkinson als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn ein Zusammenhang mit beruflicher Exposition gegenüber Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen wird. Besonders betroffen sind Landwirte, Gärtner und Winzer, die über viele Jahre regelmäßig Spritzmittel eingesetzt haben.
Auch Verbraucher sind nicht geschützt
Die Studie macht deutlich, dass Pestizide längst kein Problem der Landwirtschaft allein sind.
Über Luft, Wasser, Staub und Lebensmittel gelangen sie in unsere Umgebung – und letztlich auf unsere Haut und in unseren Körper. Besonders die Inhalation und der Hautkontakt könnten laut neueren Untersuchungen wichtiger sein als die Aufnahme über die Nahrung.
Was jetzt getan werden muss
Die Ergebnisse zeigen: Pflanzenschutz braucht dringend neue Wege.
Mehr Transparenz, Forschung zu Langzeitfolgen und ein konsequenter Ausbau ökologischer Anbaumethoden sind unerlässlich. Politik und Agrarindustrie stehen in der Verantwortung, Risiken klar zu kommunizieren und Alternativen zu fördern.
Für Verbraucher heißt das:
„Pestizide sind Teil unserer Umwelt geworden. Die Frage ist nicht mehr, ob wir ihnen begegnen – sondern wie sehr und mit welchen Folgen“,
heißt es in der Auswertung der Forscherteams.
Fazit: Unsichtbare Belastung – und der konkrete Beitrag von Global Green
Diese Studie zeigt eindrücklich: Niemand ist vollständig frei von Rückständen moderner Pflanzenschutzmittel – weder Landwirte noch Verbraucher. Die weitreichende Verbreitung dieser Stoffe in unserer Umwelt fordert ein Umdenken und eine konsequente Neuausrichtung der Landwirtschaft.
Global Green leistet in diesem Kontext einen aktiven Beitrag:
Das Unternehmen verfolgt den Ansatz, nachhaltige, biologische Lösungen für Landwirtschaft und Tierhaltung anzubieten. Mit seinen Produkten – für Gülleaufbereitung und Fütterung – zielt Global Green darauf ab, den Einsatz synthetischer Chemikalien zu reduzieren, Nährstoffe effizienter zu nutzen und Böden langfristig zu regenerieren.
Darüber hinaus setzt Global Green auf Messbarkeit und Transparenz:
Die Gülle-Analyse ermöglicht es Landwirtinnen und Landwirten, ihre Emissionsprofile und Nährstoffbilanzen objektiv zu erfassen und Veränderungen nachzuvollziehen. So wird Nachhaltigkeit nicht abstrakt, sondern im täglichen Betrieb messbar und steuerbar.
Global Green schafft so eine Brücke zwischen Forschung, Praxis und Politik – und bringt die Landwirtschaft hin zu einer Form, die künftig nicht nur Erträge sichert, sondern auch Gesundheit und Umwelt schützt.